Die Modernisierung der Legacy-Datenzugriffe ermöglicht zukünftige Datenbank-Anbindung

Das Vorhaben

Der Kunde plante, seine selbstentwickelte Anwendung zu modernisieren und gleichzeitig einen bis jetzt unter Microsoft Excel geführten Anwendungsbereiches für das Risikomanagement neu zu gestalten. Er wollte letztendlich eine Lösung, die alle Vorteile einer neuen grafischen Umgebung mit sich bringt. Zusätzlich sollte die Altanwendung die gleichen Möglichkeiten nutzen können.

Die Altanwendung wird in diesem Zusammenhang nicht etwa „alt“ genannt, weil diese veraltet, sondern weil sie historisch gesehen schon sehr lange im Einsatz war. Es handelte sich um eine ausgereifte, sehr zuverlässige Anwendung, die durch den Erhalt gegenüber der Einführung einer neuen und ganz anderen Software ein geringes Risiko aufzeigte und eine große Akzeptanz der Lösung auf allen Seiten genoss.

Die einzelnen Schritte zur Zielerreichung wurden aus Gründen der besseren Aufwandsschätzung und der Sicherheit priorisiert. Dabei wurde der Bereich Risikomanagement vorerst durch eine toolgesteuerte Reportgenerierung umgangen, sollte aber dennoch nachgelagert durch Implementierung eines neuen Anwendungsbereiches umgesetzt werden. Vorgelagert sollte ein Machbarkeitsnachweis (Proof of Concept = PoC) für die Bereitstellung einer globalen Datenbankschnittstelle durchgeführt werden. Ein entscheidender Grund für diesen PoC war die Tatsache, dass für die Datenhaltung in Zukunft eine Oracle Datenbank genutzt werden sollte. Dies wurde so entschieden, um die Vorteile einer zeitgemäßen Datenbank besser ausschöpfen und die Ansätze in Richtung analytischer Optionen (OLAP) und Auswertungen im Bereich Datawarehouse nutzen zu können.

Parallel wurde das Thema Software Development Lifecyclemanagement detailliert analysiert und priorisiert. Es erfolgte eine genaue Benennung aller für den Kunden notwendigen Aufgabenbereiche und Prozesse, um die in Zukunft stark anwachsenden Anforderungen hinsichtlich Sicherheit, Datenschutz und Revision erfüllen zu können.

Die technische Umsetzung

Die technische Umsetzung des PoCs wurde in drei Teilbereiche aufgeteilt. Der erste Schritt beschäftigte sich mit Änderung der eigentlichen DB Schnittstelle innerhalb der Programme. Im zweiten Schritt sollte das Berechtigungskonzept, welches seinerzeit eng mit der Programmaufruflogik verbunden war, neu erarbeitet und betrachtet und gedanklich/exemplarisch mit der neu geschaffenen SQL Schnittstelle verknüpft werden. Der dritte Schritt behandelte sowohl den gleichzeitigen Zugriff auf zwei verschiedene Datenbanken, als auch einen Vergleichstest hinsichtlich korrekter Datenzugriffe. Unabhängig davon sollten Performance und Zugriffsmöglichkeiten auf verschiedene Datenbankstände geprüft werden.

C-ISAM Schnittstelle Änderung in SQL

Die damalige Schnittstelle für die Datenbankverwendung war für das Datenbanksystem Informix konzipiert und funktionierte mit Hilfe einem eigens dafür programmierten Call Moduls.

Das Call-Modul verarbeitete dabei mit Hilfe von Parametern den eigentlichen Datenbanktabellenaufruf und lieferte entsprechende Informationen und Statuscodes zurück an das COBOL Programm.

Die werkzeuggestützte Lösung sah vor, dass dieser Call durch ein globales SQL Aufrufmodul und einem I-O Modul pro Tabelle ersetzt wurde, was sowohl für Informix, Oracle oder zukünftig jede andere Datenbank benutzt werden konnte.

Bei diesem Werkzeug handelte es sich um eine Modernisierungslösung, die es erlaubt, VSAM- bzw. ISAM-Daten automatisiert und nach Datenfeldern getrennt in relationale Datenbanksysteme zu überführen. Durch die automatisierte Extraktion einer Datenzugriffsschicht in der COBOL-Anwendung kann diese nach wie vor wie gewohnt mit den Daten arbeiten oder aber Mengen-orientiert mit SQL Syntax. Zusätzlich wurde dadurch der Zugriff via SQL auf dem Datenbestand auch durch andere Anwendungen ermöglicht.

Parallelbetrieb Informix & Oracle

Für die Übergangszeit bei der Umstellung von Informix auf Oracle sollte es möglich sein, einen Parallelbetrieb der beiden Datenbanken für die Anwendung einsetzen zu können. Der gleichzeitige Einsatz bedeutete allerdings nicht, dass gleiche Daten auf beiden Systemen redundant gehalten werden. Es ging vielmehr darum, Tabellen und Dateninhalte eines Bereichs A auf der Oracle Datenbank zu benutzen und Tabellen und Dateninhalte eines Bereichs B auf der Informix Datenbank abzulegen. Das konnte durchaus auch in ein und demselben Programm der Fall sein. So konnte schrittweisen Wechsel vollzogen werden.

Abschließend ist zu sagen

Um die zuvor beschriebenen Punkte erfolgreich umsetzen zu können, war es notwendig, eine Datenübernahme für die Datenbanktabellen von Informix nach Oracle mit Hilfe von Übernahmeprogrammen und entsprechenden Regressionstests durchzuführen. Diese Übernahmemodule konnten nach dem PoC entsprechend für die verbleibenden Tabellen adaptiert werden.

Letztendlich bedeutete es für das Unternehmen eine Verbesserung und Modernisierung der Anwendung, ohne deren Stärken einzubüßen.

Es wurde nicht nur eine Datenbank-Software gegen eine andere getauscht, sondern auch der Weg zur Unabhängigkeit von Datenbank-Herstellern geschaffen.

Die Durchführung erfolgte ohne größeren Zeitdruck und ohne negativen Einfluss auf das Tagesgeschäft.

Ihre Ansprechpartner erreichen Sie unter vertrieb@easirun.de oder unter +49 6081 9160-30.

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