Von z/OS nach Red Hat in 24 Monaten

Das Rehosting von drei Legacy-Verfahren eines öffentlichen Auftraggebers von IBM z/OS nach Red Hat Linux in 24 Monaten: dieser Herausforderung stellte sich EasiRun von Januar 2017 bis Dezember 2018. Unterschiedlichste Programmier- und Skriptsprachen bildeten zusammen mit proprietären IBM-Utilities und Werkzeugen den ausgehenden Technologiestack – dabei waren JCL, REXX, CLIST, COBOL, Assembler, USS, ISPF, OPC, AFP oder EBCDIC nur einige aus einer großen Vielzahl. Die Umstellung der vorhandenen Verarbeitungslogik wurde unter Verwendung von Technologien wie ksh, Perl, Java, Angular/HTML5, ASCII umgesetzt. Der Umfang der Anwendungen belief sich auf ca. 1000 Jobs, Prozeduren und Skeletons mit hunderttausenden Zeilen Quellcode sowie einer ähnlichen Anzahl an COBOL-Programmen und -Copybooks, Assembler-Programmen und ISPF-Panels, mehreren Dutzend IBM-Utilities und Werkzeugen sowie zehntausenden zu entladende und zu migrierende Dateien.

Die Umsetzung der Quellprogramme sowie Skripts erfolgte voll automatisiert, um Wartungsarbeiten seitens des Auftraggebers über den Projektzeitraum nicht einzuschränken. Anhand von definierten Testszenarien, welche in eigene Dockerumgebungen integriert wurden, konnten problemlos iterative Tests der als Testszenario definierten Abläufe verifiziert werden. Für jedes Verfahren wurde ein dreimonatiger Parallelbetrieb durchgeführt, der alle Daten und Verarbeitungsschritte spiegelte und die Ergebnisse bis auf Bit-Ebene zwischen Alt- und Neusystem verglich.

Doch was veranlasst einen Auftraggeber, seine sensible Kernanwendung umzustellen? Heißt es nicht „never change a running system“? Es gibt gleich mehrere Punkte, die für ein Rehosting von Alt- bzw. Legacyanwendungen sprechen. Zum einen sind die Betriebskosten eines Mainframes auf z/Os Basis sehr hoch und die Betriebskosten innerhalb der „offenen Welt“ belaufen sich nur auf einen Bruchteil dessen. Die Kosten sind aber nicht immer der ausschlaggebende Grund. Zum anderen sind die Wartbarkeit sowie die Weiterentwicklung von Anwendungen für die Zukunftsorientierung eines Unternehmens von großem Belang. Das Aufbrechen proprietärer Grenzen ermöglicht es, neue Technologien mit der Kernanwendung zu verbinden, wobei mit Java, eclipsebasierte Entwicklung, Web Services, Micro Services, Container, ALM, Business IT-Automation nur einige Schlagworte zu nennen sind.

Und über all diesen Themen schwebt der demografische Wandel wie ein Damoklesschwert.

Die Kernanwendungen sind wie die Mitarbeiter eines Unternehmens zu sehen. Beide bergen ein über Jahrzehnte erlangtes Spezialwissen über Unternehmensstrukturen und -prozesse, wobei die Mitarbeiter nur als Wissenträger auf Zeit fungieren. Brechen diese Wissenträger z.B. aufgrund des Renteneintritts weg, birgt dies unbekannte und große Gefahren – sowohl für die Kernanwendung als auch für das Unternehmen selbst. Lassen Sie sich nicht überraschen!

Sie möchten weitere Details über die Vorgehensweise oder die Vorteile eines ReHosting Projekts erfahren? Melden Sie sich bei uns unter vertrieb@easirun.de oder +49 6081 916030!

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